Schweizer Software-Sparte befindet sich auf Wachstumskurs

16.11 2021

Auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie darf sich die Schweizer Software-Industrie über kräftige Umsatzgewinne freuen. Lag das Wachstum 2020 noch bei 2,7 Prozent, erwartet man 2021 eine weitere Steigerung, die rund 6,6 Prozent betragen wird.

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Der Branchenboom macht sich zudem auch beim Bruttoinlandsprodukt der Schweiz bemerkbar. Jahresumsätze von gut 20 Milliarden Franken kommen bereits heute mit rund drei Prozent zur Geltung. Für die Zukunft sagt die Studie sogar noch kräftigere Wachstumsraten voraus und rechnet allein für 2022 mit einer weiteren Steigerung von 11,3 Prozent. Aus der Beschäftigungsstatistik wird allerdings deutlich, dass noch Potenzial aufgeholt werden muss, denn als Jobgarant konnte die Software-Branche im Jahr 2021 dagegen weniger punkten.

Neuer Job-Boom im IT-Sektor verzögert sich

Ein Grund hierfür dürfte wohl auch im Zusammenhang mit der Pandemie stehen. Zwar machen sich die Auswirkungen beim Gewinn weniger bemerkbar, doch aus den arbeitsmarktspezifischen Auswertungen wird folgendes deutlich: Stieg die Zahl der Beschäftigten im Schweizer IT-Bereich 2019 noch um satte 11 Prozentpunkte, fiel diese 2020/21 auf ein Plus von 2,7 Prozent. 2,7 Prozent beträgt derweil auch der Anteil der Jobs, die auf die IT-Branche entfallen. Dennoch schaut der Branchenverband Swico hoffnungsvoll auf die Zahlen, denn eine weitere Prognose lässt aufhorchen. Im Rahmen der Studie haben die befragten Unternehmen die Schaffung weiterer Jobs zugesagt, wodurch 2022 mit einem Wachstum von gut 13 Prozent gerechnet wird. Beim Blick auf die Pandemiebewältigung gaben die meisten Unternehmen an, wirtschaftlich bislang gut durch die Krise gekommen zu sein. Rund 90 der 510 befragten Konzerne sprachen allerdings von leichten bis grösseren Einschnitten beim Geschäftserfolg, die auf Corona zurückzuführen sind.

Spürbarer Rückgang bei Exportgeschäften

Die Universität Bern hat bei ihrer Studie über die Schweizer Software-Branche auch eine detaillierte Aufstellung über das Exportgeschäft vorgelegt. Aus dieser geht hervor, dass der im Ausland generierte Umsatz von 14 Prozent im Vorjahr auf 9,7 Prozent zurückgegangen ist. Der nach wie vor wichtigste Markt für den Export bleibt weiterhin Deutschland, mit einem Anteil von gut 43 Prozent. Mit 9,6 Prozent folgt Grossbritannien, dahinter liegen Spanien mit 8,4 Prozent und Frankreich mit 8 Prozent. Kaum eine Rolle spielt dagegen das Exportgeschäft in Übersee. Hier liegt der Gesamtanteil unter 15 Prozent, was diesem Teilbereich keine grosse Rolle zukommen lässt.

Bei den Aufgabenbereichen der Schweizer IT-Branche tragen Softwareanpassungen rund 20 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Die Softwareentwicklung für kundenspezifische Anwendungen kommt knapp dahinter und taucht mit 17 Prozent in der Statistik auf. Fast genauso gross ist die Sparte der Softwarewartung, die 16,4 Prozent des Umsatzes ausmacht. Lizenzen für eigene Softwarelösungen kommen im Vergleich dazu nur auf 7,7 Prozent. Dem in den letzten Jahren gestiegenen Anteil der cloud-basierten Dienstleistungen sagen die Autoren der Studie eine Stagnation voraus, die sich bei etwa 7 Prozent einpendeln wird. Der Universität Bern lagen für die Durchführung Datensätze von 510 Softwareunternehmen vor, die über die gesamte Schweiz verteilt ansässig sind.